Studie zur Grundlagenforschung Ladungssicherung

"Ermittlung von Reibbeiwerten von Reifen auf Fahrbahnelementen von Fahrzeugtransportern"

Kooperation zwischen TÜV Süd und Kässbohrer Transport Technik GmbH

 

Erste Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben zum Thema Reibung zwischen Reifen und Fahrbahnschienen bei Fahrzeugtransportern

 

Wer kennt den Reibbeiwert bei Fahrzeugtransportern wirklich?

 

Die Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung der Kässbohrer Transport Technik GmbH und die Fachgruppe „Ladungssicherung“ der TÜV SÜD Auto Service GmbH stellten sich dieser Herausforderung und haben nun ihren ersten wissenschaftlichen Bericht veröffentlicht. Das Projektteam ist auf Grund der langjährigen Erfahrung im Fahrzeugtransportsegment zum Entschluss gekommen, dass kein korrektes und praxisnahes Berechnungsmodell für die Ladungssicherung von Fahrzeugen auf Fahrzeugtransportern verfügbar ist.


Dieser Umstand führt immer wieder zur Verunsicherung bei den Fahrern, den Verladern und den Kontrollorganen. Das Projektteam hat sich das Ziel gesetzt, dieses derzeitig vorhandene Vakuum zu schließen. Dabei wurde erkannt, dass alle bisher veröffentlichten Reibbeiwerte in keiner Art und Weise mit den realen Bedingungen übereinstimmen. Da der Reibbeiwert einer der wichtigsten Grundbausteine in der Berechnung zur ordnungsgemäßen Ladungssicherung darstellt muss dieses Defizit dringend behoben werden.

 

Es stellte sich schnell heraus, dass es ohne einen speziellen Prüfstand keine verwertbaren Ergebnisse geben würde. Deshalb wurde das Forschungsvorhaben „Ladungssicherung (Pkw- und Lkw-Transporte): Ermittlung von Reibbeiwerten von Reifen auf Fahrbahnelementen von Fahrzeugtransportern“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt wurde durch den TÜV SÜD Auto Service GmbH in Kooperation mit der Kässbohrer Transport Technik GmbH initiiert und durchgeführt. Diese Maßnahme wurde zu 100% eigenfinanziert. „Die gewonnenen Erkenntnisse spielen eine grundlegende Rolle für künftige Diskussionen in Fachkreisen, etwa Normungsgremien, die das Wissen über Regelwerke für die Praxis herunterbrechen werden“, erklärt Markus Otremba,  Leiter der Fachgruppe Ladungssicherung TÜV Süd. Nach den ersten Wochen mit diversen Evaluierungen und Versuchen auf dem speziell dafür gebauten Prüfstand bei der Kässbohrer Transport Technik GmbH in Eugendorf, stellten sich sehr schnell neue und wegweisende Erkenntnisse heraus. Diese realen Versuche waren unabdingbar, um das angestrebte Berechnungsmodell herbeiführen zu können.
Konkret hat das Forscherteam über 800 reale Zugversuche mit den unterschiedlichsten Rad- /Reifen- und Blechkombinationen durchgeführt. Diese einmalige und bis dato am Markt noch nicht vorhandene Wissensgrundlage wurde nun zusammenfasst und steht ab sofort für jedermann zum Download zur Verfügung.

 

Die Modellmessungen führten zu gesicherten Erkenntnissen über die nötigen Fahrbahnoberflächen, auf die Experten künftig sicher zurückgreifen werden. So legten die Forscher eine Grundlage vor, mittels derer alle weiteren Schritte eingeleitet werden können. Grundsätzlich hat die wissenschaftliche Untersuchung gezeigt, dass Fahrzeugtransporte ohne geeignete Fahrbahnschienen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko im öffentlichen Straßenverkehr darstellen können.
„Dies alles sind wichtige Erkenntnisse, die letztlich als allgemeines Wissensgut dafür sorgen, dass die Sicherheit und die Effizienz von Transporten sich erhöhen und weiter entwickeln“, betonen Ing. Michael Schnäller, Stefan Meixner und Dipl.-Ing. (FH) Markus Otremba. Auch DI Günter Percht, Geschäftsführer der Kässbohrer Transport Technik GmbH, und Patrick Fruth (CEO), Leiter der Division Auto Service des TÜV SÜD, freuten sich über die ersten Resultate der wissenschaftlichen Arbeit: „Wir wollen gemeinsam in dieser neuen Dimension maßgeblich daran mitwirken, die Herausforderungen bei der Gestaltung von Ladungssicherung zu meistern. Das hier erlangte Fachwissen wird Anwendern und Grundlagenentwicklern weiterhelfen“ sind sich beide einig. Die im gewerblichen Verkehr auftretenden Transportbelastungen zählten zu den zentralen Themen der Verkehrssicherheit, so Percht und Fruth. Schließlich gehöre mangelhafte Ladungssicherung neben nicht angepassten Geschwindigkeiten und zu geringen Sicherheitsabständen zu den häufigsten Unfallursachen.

 

ANSPRECHPARTNER:
Dipl.-Ing.(FH) Markus Otremba, Tel.: + 49 9421 9964 24 E-Mail: markus.otremba@tuev-sued.de
Ing. Michael Schnäller Tel.: + 43 6225 28100254, E-Mail: michael.schnaeller@kaessbohrer.at

 

Hier gehts zum gemeinsamen Download-Link der Studie:

Studie zur Grundlagenforschung Ladungssicherung "Ermittlung von Reibbeiwerten von Reifen auf Fahrbahnelementen von Fahrzeugtransportern"